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Mittelalterlicher Brauch
Im Mittelalter entwickelte sich der Brauch, mit großformatigen Passions- oder Hungertüchern die aufwändig gestalteten Reliefaltäre zu verhängen. Man wollte sich in der Passionszeit nicht vom Glanz dieser Altäre ablenken lassen. Konzentration war angesagt. Und zwar auf das in der Passionszeit erinnerte Geschehen.

Konfis gestalten Seulberger Passiontafel
An diesen Brauch knüpft die ev.-luth. Kirchengemeinde Seulberg an. Konfirmandinnen und Konfirmanden des Konfijahrganges 2022 haben Holzkacheln gestaltet, auf denen sie ihre Interpretation des traditionellen Glaubensbekenntnissees interpretieren.

Die Piktoralisierung der Passions- und Osterartikel zieren nun den Altar und lenken den Blick der Kirchenbesucher*innen auf das dargestellte Passions- und Ostergeschehen. Das bebilderte Glaubensbekenntnis umfasst die Sätze: "gekreuzigt, begraben, gestorben" , "hinabgestiegen in das Reich des Todes", auferstanden von den Toten", "aufgefahren in den Himmel". Die Passionstafel mündet ganz in rot in das Bekenntnis zu Gottes friedensschaffendem Geist.

Aus vielen Kacheln entsteht eine Tafel

Küster Michael Greiner hat die einzelnen Tafeln zu einer imposanten Passionstafel zusammengefasst, die nun den Altar der Seulberger Kirche ziert und den Betrachter*innen gefangen nimmt. Pfarrer Thomas Krenski will im Laufe der Passions- und Osterzeit die Reliefs zum Sprechen bringen. Er lädt die Kirchenbesucher*innen ein, sich mit dem bebilderten Glauben der Jugendlichen auseinanderzusetzen. "Die Jugendlichen", so Krenski "fordern mich heraus, mich nicht auf ein Bild festzulegen, sondern mir neu auszumalen, wie die überlieferten Glaubensätze heute und konkret relevant werden könnten". Ihn fasziniert insbesondere die Vielfalt der Zugänge.

Ukrainische Passion
Die derzeitige Situation legt nahe die Passion des ukrainischen Volkes in das christliche Narrativ vom Tod des Gewaltlosen und dessen Auferstehung einzulesen. Die aufgeschlagene Bibel lädt dazu ein.

Credotafel zur Konfirmation
Die restlichen Tafeln werden nach Ostern zuu einer Credotafel verschraubt, die den Altar während der im Juni anstehenden Konfirmationen zieren wird.