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Flötenensemble

Im Juni 2016 feierte die Flötengruppe unter der Leitung von Ilse Nadler ihr 25 - jähriges Bestehen. Eine lange Zeit voller schöner Erinnerung an gemeinsame Proben, unzählige Auftritte in Gottesdiensten und Konzerte in Seulberg und vielen anderen Orten. Mittlerweile zählt das Ensemble rund zwanzig Mitglieder. Die mehrheitlich Flötistinnen im Alter von 14 bis 76 Jahren spielen von Sopran bis Sub-Bass alle Flötengrößen - und wenn es sein muss auch Gemshorn. Geübt wird immer dienstags ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus. Die wöchentlichen Übungsstunden garantieren ein Spiel auf hohem Niveau. Die Leitung hat seit Juni 2022 Petra Fuchs inne.

Kontakt:
Claudia Schlick
claudia.schlick (at) t-online (dot) de
Petra Fuchs
petra.c.fuchs (at) gmx (dot) net


Zum Tod von Ilse Nadler

Wenn den Blockflöten die Luft ausgeht.
Rund 30 Jahre waren sie ein verlässlicher Teil unserer Gemeinde – Frau Ilse Nadler und ihre Blockflöten.

Was 1991 mit einer Handvoll interessierter Damen begann, wuchs zu einem gewaltigen Blockflöten-Ensemble mit einem Einzugsbereich, der weit über unsere Stadt hinausging.
Das ist ein großer Verdienst von Frau Nadler.
Sie hat ihre Flötengruppe all‘ die Jahre mit viel Herzblut, musikalischem Taktgefühl, Tatkraft und Ideenreichtum geleitet.

Und sprichwörtlich verband Musik auch in Seulberg Generationen. Ganz selbstverständlich musizierten die Jüngsten, die noch die Schule besuchten, mit den Ältesten, die ihre Großeltern hätten sein könnten.

Unter Frau Nadler wurde das Ensemble immer besser und die Flöten immer zahlreicher. Von der Sopranino- bis zur Subbassbockflöte – kein Instrument durfte fehlen.
Jedes Mitglied zu fördern und zu fordern, das lag ihr stets am Herzen.

Nicht minder wichtig war Frau Nadler, die Flötentöne dorthin zu tragen, wo sie anderen Menschen Abwechslung und Freude schenkten. In Senioreneinrichtungen, Krankenhäusern und Kirchen waren sie daher gerne gesehene Gäste. Und auch bei den Friedrichsdorfer Künstlertagen oder den Offenen Höfen in Seulberg war sie mit Begeisterung dabei.

Fest stand der Termin für eine Passionsandacht in der Köpperner Kirche im März 2020 im Kalender, die Stücke waren einstudiert. Doch dann kam Corona, die Blockflöten mussten verstummen.

Ein kleiner Kreis Unentwegter traf sich, wenn es die pandemische Lage zuließ, mit viel Abstand in einem offenen luftigen Wintergarten. Sie erlebten, wie die Sopranstimme, die Frau Nadler so gerne spielte, immer dünner wurde. Ihre kranke Lunge machte ihr ausgerechnet das schwer, wofür Frau Nadler seit Jahrzehnten brannte.

Jetzt sind ihre Flötentöne verstummt.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an schöne Konzerte mit gut besuchtem Ausklang im Gemeindehaus, musikalische Gottesdienste, die Dankbarkeit der Bewohnerinnen und Bewohner von Senioreneinrichtungen, wöchentliche Flötenproben und nicht zuletzt viele gemeinsame Jahre. Mit allem, was dazugehört.

Wir alle, die Mitglieder der Seulberger Flötengruppe sind unendlich traurig. Zugleich sind wir dankbar für die vielen Stunden, die wir mit Frau Nadler verbringen durften.

Claudia Schlick