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Der Seulberger Kirchturm bleibt dunkel

Das Seulberger Wahrzeichen sieht man weithin über den ältesten Friedrichsdorfer Ortsteil ragen. Mit seinen 50 Metern Höhe ist er für viele Seulberger Bürgerinnen und Bürger ein identitätsstiftendes Bauwerk, zu dem sie gerne aufschauen. Der Kirchturm geht manchem Seulberger so unter die Haut, dass er ihn sich auf den Rücken tätowiere hat lassen.

Nicht zuletzt deshalb begrüßten viele Bewohnerinnen und Bewohner des am Seulbach gelegenen Ortsteils, dass der Kirchenvorstand den Kirchturm vom Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht hat beleuchten lassen. Eine Anwohnerin nannte diese Installation einen „Lichtblick in dunkler Zeit“.

Der Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Seulberg hat angesichts der derzeitigen und zu erwartenden Energiekrise nun aber beschlossen, dass der Kirchturm bis auf weiteres nicht weiter angestrahlt wird. Der Turm bleibt also dunkel. Das mag man bedauern.

Andererseits ist es an der Zeit, Strom zu sparen und ein Zeichen zu setzen. Der nicht beleuchtete Kirchturm darf als Hinweis auf das Gebot der Stunde verstanden werden, im privaten und öffentlichen Bereich den Energieverbrauch zu drosseln.

Die abgeschaltete Turmbeleuchtung will einladen, über Stromeinsparungsszenarien nachzudenken und den persönlichen Energieverbrauch konsequent abzusenken. So nimmt der Kirchturm seine ihm angestammte mahnende Funktion auch und gerade unbeleuchtet wahr.

Übrigens: Ausnahmen bestätigen die Regel. So wird der Turm am Buß- und Bettag, am Reformationstag, den Adventssonntagen und Weihnachten weiterhin angestrahlt. So bleiben ausgewählte „Lichtblicke“ erhalten.